Donnerstag, 29. Januar 2015

6 Tipps gegen die Prüfungsangst

Es gibt viele Tipps zu diesem Thema, wenige davon sind wirklich hilfreich.

Man leidet unter Prüfungsangst, wenn man aufgrund der (anstehenden) Prüfung Herzrasen hat, unter Schweißausbrüchen und Übelkeit leidet, unruhig ist und sich kaum konzentrieren kann. Alle Körpersignale schreien einem regelrecht ein "Nur weg hier!" entgegen. Das Lernen ist kaum möglich.

Selten ist die Prüfungsangst derart heftig. Aber es reicht schon, wenn man nur teilweise darunter leidet. Wenn es mehr ist als ein Lampenfieber, wenn die anstehende Prüfung angstbesetzt ist und das Lernen und Ablegen einer Prüfung erheblich behindert wird.

Es gibt einen einfachen, wirksamen Trick, solche Ängste zu bekämpfen:

Wenn Du Angst vor Spinnen hast, lerne es,Spinnen anzufassen. Wenn Du Angst vor dem Fahren mit dem Aufzug hast, fahre Aufzug. Du hast Beklemmungen auf freien Plätzen, stell Dich auf freie Plätze. Hast Du Höhenangst, schau in die Tiefe.

Wenn Du Angst vor Prüfungen hast, gehe in Prüfungen.

Das ist die Idee hinter der sogenannten "Konfrontationstherapie". Wenn es ganz heftig kommt, braucht man professionelle Hilfe. Meist ist es nicht so schlimm und dann kann folgendes helfen:
  1. Sprich Dir vertraute Dozenten an. Erzähle von Deiner Prüfungsangst und frag, ob Du Dich bei Prüfungen dazusetzen darfst. Es geht darum, Prüfungssituationen kennenzulernen und bewusst wahrzunehmen. Es ist die Atmosphäre, die angespannte Stimmung der Kommilitonen, es sind die Räumlichkeiten. All das muss auf Dich wirken. Das ist nichts anderes als die Gewöhnung an die Umstände einer Prüfungssituation
  2. Übe allein oder mit Leuten aus Deiner Lerngruppe für die Prüfung und arbeite bei Aufgaben mit der Stoppuhr. Bei mir simuliert das zuverlässig Stress, den ich dann gezielt runterregulieren muss. Genauso kann man lernen, die Angst nicht überhand nehmen zu lassen.
  3. Geh zu dem Ort, wo die Prüfung stattfinden wird. Schau Dir alles an, mach Fotos mit Deinem Handy, damit Du Dir die Situation so genau wie möglich wieder vor Augen holen kannst. Mach Dich vertraut mit der Umgebung, dann macht sie weniger Angst.
  4. Schließe die Augen. Stelle Dir vor, wie die Prüfung abläuft. Welche Emotionen kommen hoch oder könnten hochkommen? Wie wirst Du darauf reagieren? Was willst Du tun, wenn die Angst aufkommt? Probiere es mit Entspannungstechniken.
  5. Mach Dir klar: Was könnte schlimmstenfalls in der Prüfung passieren? Ein Black-out? Ja und, was wären die Konsequenzen? Katastrophendenken hilft nicht weiter. Lerne es, die Situation und die Folgen realistisch einzuschätzen. Weltuntergänge sind weit seltener als man meinen mag.
  6. Sprich mit einem Freund, einer Freundin über Deine Ängste. Laß Dich begleiten während des Schnupperbesuchs der Räumlichkeiten. Redet darüber, wie es am Prüfungstag sein wird, wie der Ablauf ist, wie die Prüfung vonstatten gehen wird.
Es ist ein schönes Gefühl, die Prüfungsangst zu überwinden. Stell Dich der Angst, setzt Dich ihr aus -- und Du wirst sie verlieren.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Zu faul zum Lernen? Dafür gibt es eine Lösung!

Eine Studentin kommt zu mir zum Mentorengespräch. Wir schauen uns die Prüfungsergebnisse der letzten zwei Semester an. Viele Prüfungen sind es nicht, man hätte deutlich mehr schaffen können. Und die Noten, naja, die sind auch nicht glamourös.

"Was ist los?", frage ich.

"Ich glaube, es ist meine Faulheit", sagt die Studentin, "Ich bin zu faul. Ich tue nichts. Ich möchte mehr tun, aber ich bin wohl einfach zu faul."

Jetzt wird es interessant.

"Faulheit lasse ich nicht gelten. Mit Faulheit kann ich nichts anfangen", sage ich. "Ich glaube nicht, dass Sie faul sind. Eher: Was hält Sie davon ab, Ihren Wunsch umzusetzen, mehr für das Studium zu tun."

Sie geht arbeiten. Logisch, dann hat man weniger Zeit für das Studium. Dann ist sie aber nicht faul, sie macht eben nur etwas anderes.

"Noch was?" Ich bohre.

"Wollen Ihre Eltern, dass Sie studieren, Sie selber wollen das aber nicht?" Wäre eine gute Erklärung, warum es nicht rund läuft. Sie verneint. Sie hat sich nach der Schule auf das Studium gefreut.

"Ist es das Internet? Surfen Sie zuviel, sind Sie andauern auf Facebook unterwegs?" Was bin ich froh, ohne Internet aufgewachsen zu sein! Nein, das ist nicht das Problem, sagt sie.

"Was ist es dann? Warum setzen Sie sich nicht an den Schreibtisch und lernen einfach?"

"Ich glaube, ich möchte gerne in einer Lerngruppe lernen!", sagt sie.

"Gut, prima!", sage ich. "Wie kommen Sie an eine Lerngruppe?"

Schulterzucken. Wir fangen an gemeinsam zu überlegen. Hier ein paar Ideen, die wir gefunden haben:
  • Regelmäßig in eine Vorlesung oder Übung gehen, sich neben Leute setzen und sie irgendwann ansprechen: "Ich habe das nicht verstanden. Kannst Du mir das erklären?" -- Ein Startpunkt ist gesetzt. Vielleicht wird daraus eine Lernpartnerschaft.
  • Über Facebook nach Lerngemeinschaften suchen.
  • Zur Fachschaft gehen, dort um Hilfe fragen bei der Suche nach einer Lerngruppe. In der Fachschaft finden sich meist bestens vernetzte Studierende, die gerne helfen.
  • Und wenn wir schon dabei sind: Selber in der Fachschaft aktiv werden. Dann lassen sich noch bessere Bande schmieden und Gesinnungsgenoss(inn)en finden.
  • Einen Aushang machen: "Suche Nachhilfe in Fach Sowieso. Dafür gibt es bei mir leckere Pizza." Warum nicht? Man kann Nachhilfe bezahlen, sicher. Aber es passt auch sehr gut zum studentischen Leben, Zeit miteinander zu teilen, gemeinsam ins Kino zu gehen usw. Es kann der Anfang einer Freundschaft werden.
  • Beim Professor, bei der Professorin, bei Assistenten fragen, ob sie einem Studierende empfehlen könnte. Man bräuchte Hilfe und eine Lerngruppe.
  • Frauen sollten sich der Netzwerke bedienen, die die Hochschulen für Frauen einrichten und anbieten. Da hilft man sich gegenseitig.
Was war der Ausgangpunkt? Faulheit! Und was haben wir jetzt? Eine Liste an Ideen, die helfen, eine Lerngruppe zu finden. Ein vager Begriff ist zu etwas Konkretem geworden. Eine Lerngruppe zu finden, ist ein lösbares Problem. Mit den richtigen Leuten ist das Lernen nur halb so schwer. Und Faulheit ist dann kein Thema mehr.

Faulheit gibt es nicht. Aber herauszufinden, was einen vom Lernen abhält, das hilft konkrete Ideen zu entwickeln, wie man aus der Lähmung, etwas zu tun, herauskommen kann.

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